Autodiebstahl: KFZ-Versicherung verweigert Zahlung wegen falscher Kilometerangaben
Während einer Reise durch Polen wurde das Auto gestohlen. Der Reisende meldete den Schaden bei seiner KFZ-Versicherung und gab an, dass das Fahrzeug 130.000 Km auf dem Buckel hatte. Bei dieser Angabe verwendete er das Wort „circa“, um das Vorhandensein eventueller Abweichungen zu rechtfertigen. Allerdings bemerkten die Versicherer, dass ungefähr ein Jahr vor dem Ereignis ein neuer Tacho eingebaut wurde. Auf der Anzeige des alten Gerätes war abzulesen, dass der angegebene Kilometerstand (von 130.000 Kilometern) zu dem Zeitpunkt, also ein Jahr vorher, schon erreicht wurde. Deshalb verweigerte die Versicherungsgesellschaft den Schadensersatz von 8300€.
Dagegen klagte der Geschädigte und kassierte eine Abfuhr. Das Landgericht Coburg urteilte am 23.03.07 zu Gunsten der beklagten Versicherung (Az.: 14 O 122/07). Die Richter machten deutlich, dass eine richtige und möglichst genaue Beantwortung der von der Versicherung gestellten Fragen von Nöten sei, um die genaue Schadenssumme bestimmen zu können, was natürlich bei der Berechnung des von der Kaskoversicherung zu zahlenden Schadensersatzes von großem Belang ist. Dabei spiele das Alter des Autos und/oder die mit dem Fahrzeug zurückgelegte Strecke keine Rolle, in so einem Fall müssen Angaben möglichst exakt sein. Auch wenn man von niemand verlangen könne, dass diese auf das Hundertstel korrekt seien, so könne man doch erwarten, dass sich die Abweichungen auf maximal zehn Prozent beschränken.
Ansonsten habe die Versicherung wie in dieser Gerichtsverhandlung festgestellt, das Recht, die Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund Falschangaben anzufechten. Diese 10% waren jedoch überschritten. 10% von 130.000 wären nach Adam Riese 13.000. Der Kläger ist aber nach dem Austausch des Tachos 13.680 Kilometer gefahren, was zusammen 143.680 Kilometer ergibt (eine kleine Matheübung am Rande), somit betrug der Kilometerstand eindeutig mehr als zehn Prozent. Beim Thema KFZ-Versicherung sollte man halt immer gut informiert sein, um nicht am Ende mit leeren Händen dazustehen.
