Kfz-Versicherung: Kooperation mit Herstellern

Der Kfz-Versicherungsmarkt befindet sich im Umbruch. Das spiegelt sich zum einen in der offenen Diskussion über höhere Prämien wider, um die Schaden-Kosten-Quote langsam wieder auf ein erträgliches Maß herunterfahren zu können. Andererseits rücken die Vertriebswege weiter in den Mittelpunkt. Dass der Onlinevertrieb dabei in Zukunft eine Hauptrolle spielen wird, ist unbestritten. Da aber längst nicht jeder Kunde bereit ist, eine Kfz-Versicherung über das Internet abzuschließen, sind Alternativen gefragt, zum Beispiel Kooperationen mit Autoherstellern.

Die Allianz ist diesbezüglich ganz weit vorne und arbeitet weltweit mit mehreren Herstellern zusammen. Dabei legt der Konzern größten Wert darauf, weitgehend unter dem eigenen Namen agieren zu können, statt bloß als Anhängsel zum neuen Auto präsentiert zu werden. Andere Autoversicherer sind in dieser Hinsicht weniger zimperlich und stellen die eigenen Interessen hinten an, um auf dem hart umkämpften Markt wieder Fuß fassen zu können. Der Vorstandschef von Talanx Deutschland – eines der Tochterunternehmen ist die HDI Gerling –, Heinz-Peter Roß, erklärte während einer Fachtagung in Köln: „Versicherer müssen sich mit ihrem Angebot als Zulieferer der Autohersteller verstehen, wie jemand, der Auspuffrohre, Benzinpumpen oder Beleuchtungskörper zur Verfügung stellt.“

Mit dieser Strategie fährt HDI-Gerling sehr gut. Die Kooperation mit Mercedes Benz brachte im Laufe der Zeit einen um fünf Prozent niedrigeren Schadensaufwand und sorgte gleichzeitig für längere Vertragslaufzeiten – also das, was sich die Kfz-Sparte wünscht. Die Financial Times Deutschland spricht von Lieferanten „weißer Ware im Versicherungsmarkt“. Heinz-Peter Roß sieht das Konzept als Chance für beide Seiten. Durch die Werkstattbindung, in dem Fall bei den Fachbetrieben des Herstellers, bliebe das Auto „ein Leben lang innerhalb des Werkstattnetzes“. Denn im Vergleich zur Reparatur bringt der reine Verkauf herzlich wenig.

Dass Neu- und teils auch Gebrauchtfahrzeuge, insbesondere im Rahmen einer Kfz-Finanzierung, immer öfter mit sogenannten Mobilitätspaketen verkauft werden, entspricht genau dem Ansinnen, das HDI-Gerling und viele andere Unternehmen verfolgen. Verbraucher wollen Auto, Service und Versicherung aus einer Hand und nach Möglichkeit nur eine Rate zahlen, in der bereits alles enthalten ist. Hier gilt es, den Fuß in die Tür zu bekommen und für beide Partner sinnvolle Lösungen zu finden. Allerdings: Auch die Hersteller wollen bei den Finanzierungs- und Versicherungslösungen mitmischen.

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